Die Essener Äbtissinen und ihr Stift

Wappen des Stifts Essen

Fast 1.000 Jahre lang herrschten in Essen die Äbtissinen des Stiftes über Land und Leute. Um 850 gründete eine Adelsgruppe um Bischof Alfrid von Hildesheim und Gerswid, die erste Äbtissin, auf einem Gut Alfrids eine Frauengemeinschaft. Schon früh erhielt diese zu der Grundausstattung Schenkungen von Kaisern und Köigen. Dazu kamen Privilegien wie Zoll- und Marktrechte. Durch die Aufnahme in den Königsschutz wurde die Gemeinschaft der Reichsgewalt unmittelbar unterstellt und so die Grundlage für den späteren Aufstieg der Äbtissinnen zu Landesherrinnen geschaffen.

 

Äbtissin Mathilde mit ihren Bruder König Otto
 

Ein prägendes Element im 10. Jahrhundert war die Nähe zum ottonischen Königshaus, das bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts die Äbtissinnen stellte. Spätestens ab ca.970 stand mit Mathilde ein Mitglied dieser Familie der Frauengemeinschaft vor, gefolgt von Sophia und Theophanu, in deren Amtszeit das Stift eine Blütezeit erlebte. Zeugen dafür sind nicht nur der Westbau des Essener Münsters aus der Zeit um 1000, sondern auch einige der bedeutendsten Werke ottonischer Schatzkunst im Domschatz.

Wappen des Erzbistums Köln

Die Verlagerung der Schwerpunkte königlicher Herrschaft in den Süden des Reiches führte im 12. Jahrhundert auch in Essen zu einer gewissen Königsferne, die einen Ausgleich in der Anlehnung an die Erbischöfe von Köln fand. Vom Ausbau der Terretorien blieb das Stift nicht unberührt: Zum einen versuchten die Grafen von Isenberg, auf der Grundlage der Essener Vogtei ihre Herrschaft nach Westen auszudehnen, zum anderen beanspruchte auch die Äbtissin landesherrliche Rechte. Das führte unweigerlich zum Konflikt, in den sich Erbischof Engelbert von Köln einschaltete und dabei ums Leben kam.

Fortsetzung folgt...


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